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Frohe Weihnachten und ein gesundes neues Jahr!

Revue
 
 

Sahra Wagenknecht

17. Dezember · Ausgabe #129 · Im Browser ansehen

Das ist der Newsletter von Sahra Wagenknecht, MdB. Darin informiere ich über sozial- und friedenspolitische Themen – im Bundestag und im ganzen Land. Du erhältst jeden Donnerstag eine Aktionsmail mit Informationen und Vorschlägen zum Mitmachen.


An dieser Stelle würde ich normalerweise besinnliche Feiertage im Kreise der Familie wünschen. Dieses Jahr werden diese Wünsche für viele unerfüllt bleiben. Vor allem für viele ältere Mitbürgerinnen und Mitbürger wird es ein einsames Fest, sind doch derzeit so viele Pflege- und Altenheime Coronahotspots. Alleine in Berlin hatte sich jeder zweite Corona-Tote in einem Pflegeheim angesteckt, aus einem einzigen Pflegeheim gab es vergangene Woche Meldungen über 150 Infizierte und mindestens 23 Tote. Die Inzidenz bei über 90-Jährigen Berlinern liegt bei 834. Hinter diesen Zahlen verbergen sich Tragödien: Omas und Opas, Väter und Mütter, Freunde, kurz vor Weihnachten verstorben, oft ohne richtig Abschied nehmen zu können.
Dabei ist doch bekannt, dass alte Menschen gerade in den Heimen besonders gefährdet sind. Warum ist es ein Jahr nach dem Ausbruch des Coronavirus noch nicht möglich diese Menschen richtig zu schützen? Der Hauptgrund: Es gibt zu wenig Personal. Immer wieder hört man auch Berichte von zu wenig Schutzausrüstung oder Platzmangel – bis hin zu Corona-Infizierten, die im Doppelzimmer liegen, nicht isoliert werden. Die Pflegekräfte stehen unter Dauerdruck, sind erschöpft und selbst einem hohen gesundheitlichen Risiko ausgesetzt – in Berlin haben sich 1619 Mitarbeiter von Pflegeheimen infiziert.
Und auch wer nicht infiziert ist, leidet: Die Besuche sind seit Monaten eingeschränkt, viele leiden ungemein unter der Einsamkeit – besonders an den Feiertagen. 
Pflegebedürftige und ihre Angehörigen, Pflegekräfte und ihre Familien – sie alle wurden im Stich gelassen von einer Politik, die seit Jahren auf Privatisierung und Rendite gesetzt hat statt die Bedürfnisse der Menschen in den Mittelpunkt zu stellen. Die Zahlen, die Entwicklungen, die Gefahren waren doch bekannt. Doch die Regierung tat zu wenig, um Krankenhäuser und Pflegeheime mit dem notwendigen Personal und Material auszustatten, um das Sterben, den Lockdown und die Einsamkeit rechtzeitig zu verhindern.
Vor diesem Hintergrund fällt es mir schwer, ein schönes Fest zu wünschen. Aber da dies mein letzter Newsletter in diesem Jahr wird und Sie erst im nächsten Jahr wieder von mir lesen werden: Machen Sie das Beste daraus, ich hoffe Sie können sich den widrigen Umständen zum Trotz erholen. Auf dass das nächste Jahr ein besseres wird!

Die Wirtschaft kriselt, die Börsen brummen
Während die Medien und auch die meisten Bürger wie gebannt auf die Infektionszahlen starren, ist eine andere Problemzone weithin aus den Schlagzeilen verschwunden: die Banken des Euroraums und die Finanzmärkte. Auf den ersten Blick scheint in diesem Bereich alles rund zu laufen. Die Börsen sind zwar etwas launiger als in normalen Jahren, aber insgesamt bewegen sich die Kurse auf einem Niveau, als gäbe es kein Corona, keine Lockdowns und keine tiefe Wirtschaftskrise. An der Wallstreet kletterte der Dow Jones im Dezember sogar auf ein Allzeithoch von mehr als 30.000 Punkten, sieben Prozent mehr als im Dezember 2019. Auch den Banken scheint es gut zu gehen, viele haben dank brummender Geschäfte im Investmentbanking dieses Jahr sogar höhere Gewinne ausgewiesen als in den Jahren zuvor.
Meine neue Kolumne auf Focus online:
Börsen brummen - doch Geldflut-Droge birgt große Gefahr Börsen brummen - doch Geldflut-Droge birgt große Gefahr
Ein Verödungsprogramm für Innenstädte
Einkaufen sei eine ‘patriotische Aufgabe’ hieß es noch vor einigen Wochen aus dem Munde von Wirtschaftsminister Peter Altmaier, selbst helfen mag man aber nicht: Denn obwohl viele Läden gestern wieder schließen mussten, den Umsatzausfall bekommen sie nicht ausgeglichen. Lediglich die Fixkosten werden Geschäften, die schließen müssen, erstattet. Viele von ihnen sind aber auf die umsatzstarke Zeit im Weihnachtsgeschäft angewiesen. Etwa eine Milliarde Euro täglich nehmen die Geschäfte in Deutschland rund um die Feiertage ein – normalerweise. Den Wegfall des Weihnachtsgeschäfts werden ohne umfangreiche Hilfen viele Läden nicht überstehen.
Auf das Gedränge in den Innenstädten in den Tagen vor dem Lockdown folgt nun das Gedränge in den Verteilzentren von Amazon, die sich vielerorts zu Corona-Hotspots entwickeln. Laut ver.di hat Amazon nicht nur in Bayreuth Hygieneregeln vernachlässigt.
Während also die Geschäfte schließen müssen, wird bei Corona-Ausbrüchen bei Amazon weggeschaut. Das ist ungerecht und ein Verödungsprogramm für unsere Innenstädte!
Wirtschaftshilfen wegen Corona-Lockdown: Wer womit rechnen kann - Wirtschaft - SZ.de
Im Gespräch mit Jürgen Todenhöfer
Wirtschaftskrise, soziale Spaltung, Klimawandel – Was bringt die Welt von morgen? Über diese spannende Frage habe ich mit Jürgen Todenhöfer diskutiert. Die ganze Sendung gibt es jetzt auf YouTube:
Sahra Wagenknecht trifft Jürgen Todenhöfer | E02 "Die Welt von Morgen"
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