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Milliardäre: Rekordreichtum trotz Krise

Revue
 
Noch nie in der Geschichte der Menschheit waren die Vermögen so ungleich verteilt wie heute. Noch nie
 

Sahra Wagenknecht

8. Oktober · Ausgabe #119 · Im Browser ansehen
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Noch nie in der Geschichte der Menschheit waren die Vermögen so ungleich verteilt wie heute. Noch nie besaßen so wenige so viel. Das Vermögen der 2200 Milliardäre dieser Welt ist von 2017 bis zum Juli diesen Jahres von 8,9 Billionen auf 10,2 Billionen Dollar angeschwollen. Den Preis für diesen perversen Reichtum zahlen Milliarden Menschen auf diesem Globus, die zu Hungerlöhnen arbeiten, deren Umwelt und Zukunft durch rücksichtslose Ausbeutung von Bodenschätzen mehr und mehr zerstört wird, die in menschenunwürdigen Unterkünften hausen oder deren magere Einkommen durch steigende Mieten aufgefressen werden. Mitten in der Corona-Krise feiern die Milliardäre ihren neuen Rekordreichtum.
Alleine in Deutschland besitzen 119 Milliardäre ein Gesamtvermögen von 595 Milliarden Dollar, so eine Studie der Schweizer Großbank UBS und des Beratungsunternehmens PwC. Während auch in Deutschland immer mehr Menschen in Armut abrutschen und Lebensmitteltafeln einen neuen Ansturm erleben, hat das Vermögen der deutschen Milliardäre trotz Coronakrise noch um 19% zugelegt.
Wer in der Krise zu den Gewinnern zählt, muss endlich einen Beitrag leisten, damit ein Weg aus dieser Krise gefunden werden kann. Es darf nicht sein, dass die Kosten der Krise wieder auf Beschäftigte, Mieterinnen und Mieter sowie Kleinsparer abgewälzt werden. Es darf auch nicht sein, dass unsere Infrastruktur weiter kaputtgespart wird. Wenn wir eine lebenswerte Zukunft haben wollen, müssen wir jetzt in unser Bildungs- und Gesundheitswesen, in bezahlbaren Wohnraum, den Ausbau des ÖPNV und einen klimagerechten Umbau der Wirtschaft investieren. Die größten Krisenprofiteure: Digitalkonzerne, allen voran Online-Händlern wie Amazon, müssen endlich angemessen besteuert werden. Milliardäre müssen mit einer Vermögensabgabe zur Kasse gebeten werden. Alles andere ist unverantwortlich und den Menschen in unserem Land auch einfach nicht mehr vermittelbar.
Diese und nächste Woche kann es leider keine Wochenschau geben, dafür bin ich heute Abend im ZDF zu Gast bei Markus Lanz:

TV-Tipp: Heute Abend bei Markus Lanz
Heute Abend spreche ich mit Markus Lanz im ZDF über den Dokumentarfilm “Wagenknecht” und weitere aktuelle Themen. Ab 23:15 Uhr im ZDF.
30 Jahre Wiedervereinigung
Im Interview mit T-Online zu 30 Jahren Wiedervereinigung beantwortete ich viele Fragen: Über meine Jugend in der DDR, die Zeit nach der Wende, über Helmut Kohl und Gerhard Schröder, die Entwicklung der Linken und warum sich Deutschland auch 30 Jahre nach der Einheit gar nicht einig ist:
Video-Interview: "Deutschland ist sich gar nicht einig" Video-Interview: "Deutschland ist sich gar nicht einig"
Für einen wirtschaftlichen Aufschwung ist eine neue Industriepolitik nötig
Die Wirtschaftslage ist schlechter als sie in vielen Meldungen dargestellt wird. Nicht nur weil wir angesichts steigender Infektionszahlen mit weiteren Einschränkungen zu rechnen haben, welche die Krise in der Tourismusbranche, im Kulturbereich und der Gastronomie weiter verschärfen wird. Wir haben es auch zusätzlich mit einer tiefen Strukturkrise (nicht nur) der Automobilindustrie zu tun und haben in wichtigen digitalen Zukunftsbranchen den Anschluss bald verpasst. Die wichtigste Voraussetzung für Wohlstand in Deutschland, unsere hohe industrielle Wertschöpfung, ist in Gefahr. Aber die Bundesregierung schaut weg, verbreitet haltlosen Optimismus und verpulvert Milliarden für vielfach wirkungslose Maßnahmen. Wir brauchen endlich eine kluge, durchdachte Industriepolitik und hohe Investitionen in die Modernisierung unserer öffentlichen Infrastruktur. Meine aktuelle Kolumne für FOCUS Online:
Deutschland verschleiert das wahre Drama - China als Modell Deutschland verschleiert das wahre Drama - China als Modell
Free Julian Assange!
Alexei Nawalny und Julian Assange haben etwas gemeinsam: Sie haben Verbrechen aufgedeckt und Korruption bekämpft. Die Unterschiede: Nawalny kämpft gegen Putin und gegen Korruption in Russland, Assange hat sich mit der Aufdeckung schwerster Kriegsverbrechen die USA zum Feind gemacht. Während über die Vergiftung Nawalny breit berichtet wird, selbst die Kanzlerin ihn am Krankenbett besucht und nun sogar – ohne dass die Urheberschaft des Giftanschlags zweifelsfrei geklärt wäre – Sanktionen gegen Russland gefordert werden und der Bau der Nord Stream 2 Gas-Pipeline in Frage steht, begegnet die Bundesregierung den Kriegsverbrechen der USA und anderer Verbündeter mit peinlichem Schweigen. Über den Prozess gegen Julian Assange, der allen rechtsstaalichen Standards spottet, wird kaum berichtet. Skandalöse Haftbedingungen, ein unfairer Prozess, die Aussicht auf Auslieferung und lebenslange Haft bis hin zur Todesstrafe in den USA? Für die Bundesregierung kein Grund, die Stimme zu erheben, Assange einen Besuch abzustatten, ihm politisches Asyl anzubieten – von der Forderung nach Sanktionen gar nicht zu reden. Diese Doppelmoral ist erbärmlich. Es geht um mehr als nur um das Schicksal von Julian Assange. Alle, denen die Pressefreiheit am Herzen liegt, alle, denen Menschenrechte, Frieden, Demokratie und Rechtsstaatlichkeit wichtig sind – sie alle sind jetzt gefragt, die Stimme zu erheben und die Freilassung von Julian Assange zu fordern!
Ein guter Beitrag dazu letzte Woche in der Anstalt im ZDF:
Wie Julian Assange ein Kriegsverbrechen aufdeckte | Die Anstalt
Dokumentarfilm "Wagenknecht" – jetzt streamen:
Über zwei Jahre lang begleitete mich die Filmemacherin Sandra Kaudelka mit der Kamera. Ihr Film über diese Zeit ist im Frühjahr auf der Berlinale und in den Kinos erschienen – und ab morgen nun endlich auch auf DVD und zum streamen erhältlich:
Wagenknecht – jetzt streamen auf Vimeo Wagenknecht – jetzt streamen auf Vimeo
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