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Wahl in Großbritannien und Mitmachen bei einer Petition

Revue
 
Kommentieren möchte ich in der heutigen Mail die Wahl in Großbritannien und ich möchte zum Mitmachen
 

Team Sahra

15. Dezember · Ausgabe #79 · Im Browser ansehen
Team Sahra ist eine Kampagne von Sahra Wagenknecht für Aufklärung, Widerstand und Veränderung hin zu einer sozialeren und friedlicheren Politik. Du erhältst bei Team Sahra jeden Sonntagabend eine Aktionsmail mit Informationen und Vorschlägen zum Mitmachen.

Kommentieren möchte ich in der heutigen Mail die Wahl in Großbritannien und ich möchte zum Mitmachen bei der Petition ‘Andi Scheuer vor Gericht’ aufrufen. Außerdem habe ich eine Lese-Empfehlung.

Wahlniederlage von Labour in Großbritannien
Die Labour Partei hat die Wahl in Großbritannien verloren - und das trotz des mutigsten Programms, das eine sozialdemokratische Partei in Europa in den letzten Jahren hervor gebracht hat. Auf Facebook habe ich dazu ausführlich kommentiert.
Labour wollte das Gesundheitswesen, die Bahn, die Post, die Wasser- und Energiebetriebe sowie einen Teil der British Telecom wieder in öffentliche Verantwortung zurückholen, eine Million Jobs in den verarmten ehemaligen Industriegebieten im Norden schaffen, den Sozialstaat erneuern und ausbauen.
Ist ein solches Programm unpopulär?
Umfragen in Großbritannien belegen das Gegenteil. Viele wünschen sich nach Jahrzehnten neoliberaler Demütigung nichts sehnlicher als einen Staat, der das Heft des Handelns zurückgewinnt, aktiv für Arbeitsplätze und soziale Sicherheit sorgt und sie vor den Unbilden der Globalisierung schützt.
Warum hat Labour dann so dramatisch verloren?
Weil es in diesem Wahlkampf letztlich nur ein zentrales Thema gab: den Brexit. Eine Partei, die sich dazu nur ein verzagtes Jein leisten konnte, weil sie in dieser Schlüsselfrage selbst gespalten war, hatte in einem solchen Umfeld keine Chance. Boris Johnsons „Get Brexit done“ war eine klare Antwort – wo Labour überhaupt keine gab. Hätte Corbyn Johnsons Plänen einen entschlossenen Left Brexit entgegensetzen können, also das Vorhaben, ein Ende der neoliberalen EU-Verträge für einen sozialen Umbau der britischen Gesellschaft zu nutzen, wäre ein anderes Ergebnis durchaus möglich gewesen. Traurige Ironie dieses Wahlkampfes: Labours großes Sozialstaatsprogramm ist innerhalb der heutigen EU überhaupt nicht umsetzbar.
Man muss bedenken: Selbst das Geld, das die Bundesregierung im Rahmen des Klimapakts für einen Ausbau des Bahnnetzes zur Verfügung stellen will, scheitert voraussichtlich an den EU-Beihilferegeln. Eine Ausweitung öffentlichen Eigentums an Schlüsselbereichen der Daseinsvorsorge, Vorrang für Gemeinwohl statt Rendite, all das ist mit den Vorgaben der EU-Verträge schlicht unvereinbar.
Wähler haben einen feinen Instinkt für solche Widersprüche. Dass vor allem die obere Mittelschicht und die gebildeten Großstädter in Großbritannien gegen den Brexit waren, während ehemalige Industriearbeiter und die Ärmeren für ihn stimmten, ist nicht irrational. Irrational ist, dass sie einen neoliberalen Tory wählen mussten, der ihnen noch weniger Schutz, noch weniger soziale Leistungen und noch miesere Löhne bringen wird, um die endlose Bexit-Hängepartie zu beenden.
Bitter, dass es nun so ausgegangen ist. Doch bei aller Dramatik sollte man auch nicht vergessen: Von einem Ergebnis von mehr als 32 Prozent können andere sozialdemokratische Parteien in Europa nur träumen.
Das Scheitern von Labour ist daher definitiv kein Grund, eine Linkswende der Sozialdemokratie andernorts abzublasen.
Mitmachen bei der Petition: Andi Scheuer vor Gericht!
Verkehrsminister Andreas Scheuer hat für sein unsinniges Maut-Projekt eine halbe Milliarde Euro Steuergelder verschleudert, Millionen an Berater bezahlt und Geheimverträge abgeschlossen. Wer so handelt, darf kein Ministeramt bekleiden. Wer so handelt, gehört vor Gericht. Wenn Du das auch so siehst, dann unterstütze die von #Aufstehen gestartete Petition mit dieser Forderung.
#AndiScheuerGesetz: Wer Millionen Steuergelder veruntreut, gehört vor Gericht! | Petitionen
Lese-Empfehlung: Der Fachkräftemangel ist ein Mythos
Zum Lesen empfehle ich Dir den folgenden Artikel aus der Wirtschaftswoche. Er macht deutlich: Es fehlt nicht an Fachkräften, sondern an regulären, unbefristeten Jobs mit ordentlicher Bezahlung.
Fachkräftemangel: Der Fachkräftemangel ist ein Mythos
Herzliche Grüße
Sahra Wagenknecht
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