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Wie wir verhindern, dass Corona die Ungleichheit noch mehr erhöht

Revue
 
Wir erleben in diesen Tagen die schwerste Wirtschaftskrise seit den 1930er Jahren: Zehn Millionen Men
 

Sahra Wagenknecht

21. Mai · Ausgabe #101 · Im Browser ansehen
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Wir erleben in diesen Tagen die schwerste Wirtschaftskrise seit den 1930er Jahren: Zehn Millionen Menschen in Kurzarbeit, massenhaft drohende Arbeitslosigkeit, historische Einbrüche des Wirtschaftswachstums, der Exporte, der Nachfrage. Dies ist keine Krise, die in ein paar Wochen wieder vorbei sein wird, wenn ein paar weitere Corona-Einschränkungen gelockert werden.
Die Corona-Krise offenbart auch, in welche Extreme sich die Vermögensungleichheit entwickelt hat. Reichtum ist heute so ungleich verteilt, wie zu Beginn der Industrialisierung.
Um die schlimmsten wirtschaftlichen Folgen der Corona-Pandemie abzufangen, bringen Regierungen Hunderte Milliarden schwere Rettungsprogramme auf den Weg. Wer wird die bezahlen? Ist die Krise möglicherweise ein Wendepunkt, um die Superreichen wieder in die Pflicht zu nehmen, sie an den Kosten für den wirtschaftlichen Wiederaufbau zu beteiligen?
Über diese Fragen und viele weitere von Euch, den Zuschauen, habe ich am Dienstag online mit dem französischen Starökonomen und Bestsellerautor Thomas Piketty diskutiert. Den deutschen Zusammenschnitt unseres Livestreams gibt es heute anstatt der regulären Wochenschau:

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Den Original-Livestream in deutscher und englischer Sprache sowie mit Gebärdendolmetscherin gibt es hier auf YouTube sowie auf Facebook.
Alle Videos aus meiner wöchentlichen Kolumne “Bessere Zeiten - Wagenknechts Wochenschau” gibt es auf YouTube:
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Nicht als Video, sondern eine Kolumne im guten alten Textformat werde ich in Zukunft regelmäßig für den Focus schreiben. Zum Auftakt geht es um die Frage, warum wir die Globalisierung unserer Wirtschaft zurücknehmen müssen, die den Wohlstand vor allem der Mittelschicht in den westlichen Ländern untergräbt: 
Sahra Wagenknecht: Deutschland braucht Ende der enthemmten Globalisierung - FOCUS Online Sahra Wagenknecht: Deutschland braucht Ende der enthemmten Globalisierung - FOCUS Online
Anne Will: Debatte über Corona-Lockerungen
Die Wirtschaftskrise ist nicht vorbei, wenn der Lockdown vorbei ist. Der größte Teil des wirtschaftlichen Einbruchs kam aus der Industrie – es gab aber nie eine Auflage, dass Industriebetriebe nicht produzieren dürfen. Sondern erst sind die Lieferketten zusammengebrochen und jetzt ist die Nachfrage weg. Wenn man die Menschen anders abgesichert hätte, wenn die Politik nicht zuschauen würde, wie vielen Selbstständigen ihr Lebenswerk zerbricht, wie durch die Kurzarbeit die Kaufkraft schwindet – dann wäre die wirtschaftliche Erholung viel leichter. Jetzt ist es so, dass die Geschäfte offen sind, aber wenige gehen hin. Die Leute halten ihr Geld zusammen, weil sie Angst haben und die Angst ist berechtigt. Dagegen müsste die Politik viel mehr tun. So habe ich am Sonntag Abend bei Anne Will argumentiert: 
Corona-Einschränkungen – waren und sind die Grundrechtseingriffe verhältnismäßig? | Das Erste - Anne Will Corona-Einschränkungen – waren und sind die Grundrechtseingriffe verhältnismäßig? | Das Erste - Anne Will
Coronavirus: Warum wird nicht mehr getestet?
Wichtigste Grundlage für Entscheidungen über die Verlängerung oder das Ende von Corona-Einschränkungen muss ein möglichst präzises Bild über die Verbreitung der Krankheit sein: Wie viele Menschen sind erkrankt, wie hoch ist die zu erwartende Auslastung der Krankenhäuser, wo gibt es Hotspots, an denen das Infektionsrisiko besonders hoch ist und zusätzliche Schutzmaßnahmen ergriffen werden müssen?
Besonders für medizinisches Personal sind flächendeckende und regelmäßige Tests eigentlich unabdingbar. 20.000 Pflegekräfte haben sich bereits mit dem Virus infiziert, 900 sind schwer erkrankt, 60 verstorben. Wie viele Patienten wurden durch die fehlenden systematischen Tests infiziert?
Dass das medizinische Personal nicht regelmäßig getestet wird, ist unverständlich. Die Bundesregierung muss erklären, warum die seit Wochen neu geschaffene Testkapazitäten nicht genutzt wurden, zum Beispiel auch für alle Schlachthöfe oder die Pflegekräfte in Altersheimen. Es muss aufhören, dass Gesundheitsminister Spahn sich hinter dem Robert-Koch-Institut, das eine Behörde seines Gesundheitsministeriums ist, versteckt!
Trotz Tausender Tests täglich: Viele Labor-Kapazitäten bleiben ungenutzt - n-tv.de
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