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Wie wird unsere Gesellschaft nach der Coronakrise aussehen?

Revue
 
Unser aller Leben wurde in den vergangenen Wochen auf den Kopf gestellt. Die einen haben noch mehr St
 

Sahra Wagenknecht

26. März · Ausgabe #93 · Im Browser ansehen
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Unser aller Leben wurde in den vergangenen Wochen auf den Kopf gestellt. Die einen haben noch mehr Stress, arbeiten unter hohem persönlichen Risiko weiter, um die Gesellschaft am Laufen zu halten. Andere sitzen unfreiwillig zu Hause. Kitas und Schulen haben geschlossen, das öffentliche Leben ist zum Erliegen gekommen. Ganze Branchen stehen vor einer Katastrophe, viele haben ihre Jobs verloren und existenzielle Ängste.
Und wir stehen erst am Anfang der Krise. Wir wissen noch nicht, ob uns hier auch Zustände wie Italien oder Spanien bevorstehen, wie sich die Pandemie weiter entwickeln wird. Die härtesten Einschränkungen werden früher oder später aufgehoben, wenn sich die Verbreitung des Coronavirus verlangsamt. Bleiben werden – neben den natürlich an erster Stelle stehenden menschlichen Verlusten – auch massive wirtschaftliche Schäden, deren Ausmaß noch gar nicht abzusehen ist. Darum geht es diese Woche im Video und in diesem Newsletter.

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Wie stark wird unsere Wirtschaft einbrechen? Das kann man derzeit noch nicht wirklich beantworten. Dennoch sollten wir uns jetzt schon die Frage stellen: Wie wird unsere Gesellschaft und unsere Wirtschaft aussehen, wenn das Coronavirus medizinisch besiegt wird? Wer bleibt auf der Strecke, wer profitiert? Es darf nicht wieder passieren, dass die Kosten für nötige Rettungspakete auf Beschäftigte, sozial Benachteiligte, auf Kleinsparer und kleine Selbstständige abgewälzt werden! Die Reichen und Superreichen müssen den Löwenanteil der Krisenkosten tragen.
Wir sehen jetzt, wie sich die Fehlentwicklungen der letzten Jahre rächen: Privatisierungen und Kürzungen, nicht nur im Gesundheitswesen, miese Löhne und Arbeitsbedingungen für Beschäftigte in absolut systemrelevanten Berufen, maximale Rendite statt Investitionen und Sicherheit – mit all dem müssen wir Schluss machen, wenn wir unsere Gesellschaft für die Zukunft gut aufstellen wollen.
Die französische Supermarktkette Auchan, eine der größten des Landes, zahlt eine Sonderprämie von 1000 Euro für ihre rund 65.000 Beschäftigten im Einzelhandelsbereich. Die Regierung befreit die Zuschläge von der Steuer. Ich finde auch hier haben die Beschäftigten an den Kassen, in Rettungsdiensten, Arztpraxen und in der Pflege eine Risikozulage von 500 Euro pro Monat für die Dauer der Krise verdient. Denn sie halten unter hohem persönlichen Risiko gerade die Gesellschaft am Laufen.
Wer aufgrund seines Berufes nicht die empfohlenen Abstände einhalten kann und mit vielen Menschen in Kontakt kommt, muss besser geschützt werden! Regierung und Unternehmen müssen die Beschäftigten mit Schutzkleidung ausstatten, mehr Pausen für Hygienemaßnahmen gewähren, sie regelmäßig testen lassen, die Arbeitsplätze besser absichern.
Corona: Supermarkt-Kette überweist Mitarbeitern 1000 Euro als Dank
»Beendet die Seuche namens Krieg und bekämpft die Krankheit, die unsere Welt verwüstet!« Diesem Aufruf des UN-Generalsekretärs kann ich mich nur anschließen. Ein sofortiger Waffenstillstand ist nötig und ein Ende des Wirtschaftskriegs, der für die Gesundheitssysteme betroffener Länder schlimme Folgen hat: Die Sanktionen gegen Iran, Venezuela, Syrien und weitere Länder müssen aufgehoben werden, wie es auch die UN-Kommissarin für Menschenrechte fordert.
Die Coronakrise ist für jedes Gesundheitssystem eine große Herausforderung. Wenn es zusätzlich durch Sanktionen daran gehindert wird, an nötige Medikamente, medizinische Geräte und Schutzausrüstung zu gelangen, werden Millionen Menschen keine überlebenswichtige Behandlung erhalten.
»Ich wünsche mir, dass unser Land wieder sozialer wird.«
Außerdem ist endlich ein Interview von mir online verfügbar, das ich vor einiger Zeit dem Playboy gegeben habe. Darin geht es keineswegs nur um mangelnden „Sexappeal“ auf der Regierungsbank, sondern um viele politische Themen, die auch durch die Corona-Krise nicht an Relevanz verloren haben:
Zum Interview mit dem Playboy
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